Helgoland und Düne

Grün ist das Land
Rot ist die Kant
Weiß ist der Sand
Das sind die Farben von Helgoland

Sonnenaufgang: 04:51 MESZ
Sonnenuntergang: 22:08 MESZ
Tageslänge: 17 Stunden 17 Minute(n)


Wie kommt Plastik ins Meer?

Auf vielfätige Weise. Eine davon ist, dass die Gelben Säcke unseres Recyclingsystems sehr leicht zerreißen, der Inhalt sich auf die Straße ergießt und der Wind das Plastik vor sich hertreibt bis es schlußendlich in einen Bach, von da in einen Fluß und dann im Meer landet. Hier auf Helgoland gibt es den Umweg über Fließgewässer nicht, hier landet alles gleich in der Nordsee. Ein Problem dabei sind die Silbermöwen. Die erhoffen sich, Nahrung in den für sie vielleicht appetitlich duftenden Müllsäcken zu finden.
Eine Silbermöwe geäugt

Jedenfalls habe ich noch keine Möwe einer anderen Art hier auf Helgoland an den Müllsäcken gesehen. Auf dem nachfolgenden kurzen Film können sie sehen, wie eine Silbermöwe den Gelben Sack mit ihrem Schnabel ganz leicht zerreißen kann. Dabei fliegen Plastikfetzen fort und werden sogleich selbst durch den lauen Wind weggeweht. Einige Schnipsel erwischt die Möwe noch und würgt diese in Erwartung von etwas nahrhaftem herunter. Allzu leicht wird man darob schadenfreudig, weil man böse auf die Möwe ist, weil sie uns Arbeit macht und wir den umherfliegenden Müll wieder aufzusammeln haben. Das ist aber nicht konsequent zu Ende gedacht. Die Möwe hat Kohldampf und sucht nur etwas zu fressen, um zu überleben. Jetzt würgt sie sich das Plastik rein, verletzt sich möglicherweise an scharfkantigen Plastikteilen, oder das Plastik verstopft ihren Magen, so dass sie gar keine natürliche Nahrung mehr aufnehmen kann und qualvoll verhungern wird. Mir tun diese Tiere leid! Es sind doch auch wunderschöne Wesen, die zusammen mit uns auf Mutter Erde lustwandeln.
Ich bin weiterhin dabei, den Plastikverbrauch zu reduzieren. Keine Einweggetränkebecher (ToGo), keine Plastiktüten mehr, auch nicht die kleinen Tüten an den Obst und Gemüseständen. Brauche ich mal neues Geschirr in der Küche, kommen mir keine Plastiksachen mehr ins Haus. Schwierigkeiten bereiten mir noch Joghurtbecher und Milchtüten. Joghurt kann man ziemlich einfach selber zuhause zubereiten, aber eine Kuh passt nicht in meine Wohnung. Eistee kann man selber schnell zuhause zubereiten und braucht ihn auch nicht so doll zu süßen. Insgesamt habe ich unsere Plastikmüllmenge schon um die Hälfte reduziert. Zudem höre ich von immer mehr Helgoländern, dass sie das auch schon machen, so gut es eben geht. Beispielsweise: wenn jeder Deutsche an einem Tag auf eine Plastiktüte verzichtet, sind das 80 Millionen Plastiktüten weniger. Das kann man steigern. Und wenn man beim Einkauf bewußt auf Plastikverpackungen verzichtet (so gut wie es geht), kommt das auch in den Statistiken der Konzerne an. Was hoffentlich dazu fürt, dass ein Umdenken in diesem Verpackungswahn stattfindet.
Pardon für die Schlaumeierei!

Die Silbermöwe hat mich nicht attackiert! Von "oben" kam eine Fußgängerin und der Krankenwagen, die die liebe Emma aufgescheucht haben.


Alle Texte auf www.duene1.de von Thorsten Falke Alle Texte auf www.duene1.de von Thorsten Falke




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